Über 10.000 Gäste beim Streetfood-Market
Kulinarisches zur Mittags- und Kaffeezeit harmoniert bestens mit verkaufsoffenem Sonntag
Rotenburg, 19. April 2026 – „So voll wie heute habe ich die Stadt noch nie erlebt“, strahlte Heiko Broede, als er nach fünf Stunden Imbissbetrieb noch mit anderen Helferinnen und Helfern die Tische und Sitzbänke einsammelte, die von der IG CityMarketing in der Großen Straße aufgestellt worden waren. Seit Jahren ist IG-Mitglied Broede bei nahezu allen Veranstaltungen in der City mit Bratwurst und Pommes, Crêpes oder Softeis vor Ort. Dieses Event stellte jedoch alles in den Schatten, sagt er: „Das war der Hammer“.
Ähnlich begeistert fiel das Fazit bei den anderen 24 Buden und Ständen aus. Als Marleen Kruppa, Sprecherin der IG CityMarketing und Organisatorin des Streetfood-Markets, ihren abschließenden Rundgang machte und den Standbetreibern einen guten Heimweg (bis nach Hamburg und Kiel) wünschte, hörte sie fast unisono: „Das war super. Melde dich bitte, wenn die nächste Aktion ansteht. Wir kommen gern wieder.“ – Mehr positives Feedback geht kaum.
Ehrenamtlich organisierter Publikumsmagnet
Der Streetfood-Market dürfte mit seiner zweiten Auflage nach 2025 jetzt wohl die größte Veranstaltung der Innenstadt sein, ganz sicher unter denen, die noch ehrenamtlich organisiert werden. Soviel steht fest: Die Rotenburger:innen mögen ihren Streetfood-Market. Dafür lohnt die Mühe: „Seit Januar verging kaum ein Tag, an dem der Streetfood-Market nicht einen Teil meiner Freizeit in Beschlag nahm“, stellte Marleen Kruppa kürzlich fest. Bei allen administrativen Aufgaben bekam sie Unterstützung aus dem Vorstand der IG CityMarketing und von den Vereinsmitgliedern. Zu denen gehört glücklicherweise auch ihr Arbeitgeber, die Fleischerei Hollmann. Da drückt Chefin Meike Hollmann gern ein Auge zu, wenn während der Arbeit mal telefoniert wird oder ein Anruf aus dem Rathaus kommt, weil irgendwo noch Klärungsbedarf besteht.
Die Formalitäten sind es, die mitunter nerven können, räumt Marleen Kruppa ein. Dabei klappt die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung – sei es nun in Verkehrsfragen, beim Ordnungsamt oder mit dem Bauhof – in aller Regel wirklich sehr gut.
Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen
Mit einem Punkt hadert der Vorstand der IG CityMarketing dann aber doch. Die für die Absicherung großer Veranstaltungen von der Stadt angeschafften großen wasserbefüllbaren Quader, die etwa beim Adventsleuchten die Zufahrtswege sichern, bleiben der IG CityMarketing vorenthalten. Das gilt für den Streetfood-Market ebenso wie für das stark frequentierte Dämmershoppen, das jährlich im September stattfindet. Das habe der Bürgermeister so entschieden, heißt es. Für Sicherheit sorgt die Stadt nur bei städtischen Veranstaltungen. Vereine und Ehrenamtler müssen eigene Lösungen finden. Als Grund wird die Befürchtung geäußert, dass die Quader zu häufig angefordert werden und dies beim Bauhof womöglich Überstunden verursachen könnte. Stattdessen bekam die IG CityMarketing die Auflage, Autos in die Zufahrtswege zu stellen, als „mobile Barrieren“, wie es im Amtsdeutsch heißt.
Unterstützung aus der Stadtgesellschaft
Glücklicherweise nahte frühzeitig Hilfe aus der Stadtgesellschaft. Als erstes meldete sich der Bürgerbusverein, der gern beim Streetfood-Festival Präsenz zeigen wollte. So konnte ein RoBBy vor der Einfahrt Nödenstraße quer gestellt werden. Als nächstes meldeten sich Rotenburger Autohäuser, die vom Dilemma der IG gehört hatten. Sie boten an, mit Autos anzurücken. Schließlich nahmen noch Borco Höhns und Seico die Einladung von Marleen Krupp an, Verkaufsfahrzeuge zu präsentieren. Diese konnten auf dem Pferdemarkt so gestellt werden, dass ein zusätzlicher Sicherheitseffekt entstand.
Streetfood Market als generationsübergreifendes Familien-Event
Der Streetfood-Market wurde somit mit vereinten Kräften zum Erfolg geführt. Die Sicherheit der über 10.000 Gäste war gewährleistet. Für gute Stimmung sorgten viele verschiedene leckere Schmankerl, bei denen wohl jede:r etwas für den eigenen Geschmack finden konnte. Mit der kulinarischen „Beute“ nahmen die Gäste an den mit grünen Tischdecken und Blumen geschmückten Tischen Platz. Hier saßen alle beieinander, Groß und Klein, Jung und Alt, mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator – ein Familienfest. Das soll es auch bleiben, so die IG CityMarketing, auch wenn die Anregung kam, das Ganze doch auf einem Sonnabend und „open end“ zu veranstalten. Dagegen sprechen in der Tat viele Gründe. Zum einen ist die Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag auch für den Einzelhandel ein Gewinn. Zum anderen ist es mitunter einfach sinnvoll, aufzuräumen und allerlei Müll zu entfernen, solange es draußen noch hell ist. Das kann Heiko Broede sicherlich bestätigen, der die gemieteten Tische und Bänke noch am Sonntagabend zurück zu ihrem Besitzer fuhr.












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