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Stadtkino statt Kino – die nächsten Filme

Die KIR sorgt donnerstags für beste Kinounterhaltung in der Stadtschule

Vier Männer und drei Frauen stellen fest, dass sie sich doch wohl nicht so gut kennen wie gedacht.

Donnerstag ist Kinotag! In Rotenburg sichert die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) mit vielen ehrenamtlichen Helfern das Filmerlebnis, da es kein professionelles Kino in der Wümmestadt gibt. Und das macht sie gut, wie so manche proppenvolle Aula in der Stadtschule belegt.

Die Vorstellungen im Stadtkino beginnen donnerstags um 20 Uhr, Nachmittagsvorstellungen um 16 Uhr. Eintritt: 5 Euro regulär, ermäßigt 4 Euro (für KIR-Fördermitglieder, ebenso bei Nachmittagsvorstellungen). Karten für das Kino-Café kosten im Vorverkauf 8 Euro (erhältlich im Infobüro der Stadt), an der Tageskasse 10 Euro.

Auf folgende Filme dürfen sich die Rotenburger Cineasten freuen:

13. Februar, Aretha Franklin: Amazing Grace, USA 2018; Regie: Alan Elliott, Sydney Pollack; 89 min.

Soullegende Aretha Franklin

Konzertfilm eines bislang unveröffentlichten Auftritts von Soullegende Aretha Franklin: In der New Temple Missionary Baptist Church gibt sie – begleitet vom Southern California Community Choir – mit Songs wie „Amazing Grace“, „You‘ll never walk alone“ und „How I Got Over“ zwei sehr bewegende Konzerte. Die beiden bahnbrechenden Gospel-Konzerte wurden von Regisseur Syndey Pollack als Film aufgenommen und waren über 37 Jahre bei Warner unter Verschluss. Nachdem Pollack die Dokumentation nicht fertigstellen konnte, überreichte er kurz vor seinem Tod im Jahr 2008 das Material an den Produzenten Alan Elliott.

20. Februar, Das perfekte Geheimnis, D 2019; Regie: Bora Dagtekin; Darsteller*innen: Elyas M’ BarekFlorian David FitzJella Haase, u.a.; 111 min.

Es sollte ein entspanntes Abendessen unter Freunden werden. Im Laufe des Gesprächs kommen die drei Frauen und vier Männer auf das Thema Ehrlichkeit und beschließen spaßeshalber ihre Telefonate und eingehende Nachrichten offen zu legen. Was als Spiel beginnt, artet bald in Chaos aus: So manch unerwartete Überraschung wird enthüllt und das ein oder andere delikate Geheimnis kommt ans Licht! Vielleicht kennen sich die Freunde doch gar nicht so gut, wie sie dachten?!

27. Februar, Die schönste Zeit unseres Lebens, F 2019; Regie: Nicolas Bedos; Darsteller*innen: Daniel Auteuil, Guillaume Canet, Doria Tillier, u.a.; 110 min.

Mithilfe einer Agentur wird Victor ins Jahr 1974 versetzt und erlebt die erste Begegnung mit seiner Frau immer und immer wieder. Mit diesem Film kommt die mit Abstand witzigste, scharfsinnigste und warmherzigste Komödie des Jahres 2019 aus Frankreich zu uns. Den etwas einfallslosen deutschen Titel „Die schönste Zeit unseres Lebens“ sollten sich nicht nur Golden Ager, um die es hier (auch) geht, dringend notieren, um diesen fantastisch getimten, vor schlauen Gags und originellen Einfällen nur so überbordenden Nostalgie-Trip nicht zu verpassen. In seiner raffiniert erzählten Geschichte einer großen Liebe, die ihre schönste Zeit lange hinter sich hat, vermischt Regisseur Nicolas Bedos die Gegenwart mit einer Vergangenheit, in der man im Lokal noch rauchen durfte und über Politik diskutierte, anstatt nur aufs Handy zu schauen.

5. März, Alles außer gewöhnlich, F 2019: Regie: Olivier Nakache und Éric Toledano; Darsteller*innen: Vincent Cassell, Reda Kateb,; u.a. 114 min.

Bruno und Malik leiten eine Einrichtung für Jugendliche, die starke autistische Neigungen zeigen. Für beide steht fest, dass jeder eine Chance verdient hat. Mit ebenso behutsamen wie liebevollen Methoden versuchen sie, die Jugendlichen in den sozialen Alltag zu reintegrieren. Leichter gesagt als getan, denn die Betreuer setzen sich selbst den Anfällen und Attacken der Kids aus. Bei der Prüfung ihrer Einrichtung steht schnell eine Hiobsbotschaft im Raum: Die Inspekteure haben die Einrichtung im Visier. Die unkonventionelle Art der Betreuer wird zur Bedrohung, die in der Schließung der Einrichtung enden könnte. Die Sicherheit der Kinder stünde im Vordergrund, heißt es. Doch was die Kinder wirklich brauchen, ist Zuneigung, Wärme und ein offenes Ohr ihrer Betreuer.  „Diese besondere Geschichte trifft mitten ins Herz…“, hieß es beim WDR zum Film.

12. März, Das perfekte Geheimnis, D 2019; Regie: Bora Dagtekin; Darsteller*innen: Elyas M’ BarekFlorian David FitzJella Haase, u.a.; 111 min.

Es sollte ein entspanntes Abendessen unter Freunden werden. Im Laufe des Gesprächs kommen die drei Frauen und vier Männer auf das Thema Ehrlichkeit und beschließen spaßeshalber ihre Telefonate und eingehende Nachrichten offen zu legen. Was als Spiel beginnt, artet bald in Chaos aus: So manch unerwartete Überraschung wird enthüllt und das ein oder andere delikate Geheimnis kommt ans Licht! Vielleicht kennen sich die Freunde doch gar nicht so gut, wie sie dachten?

19. März (und Dienstag, 31. März, 16 Uhr, im Kino-Café), Lindenberg! Mach dein Ding, D 2019; Regie: Hermine Huntgeburth; Darsteller*innen: Jan Bülow, Julia Jentsch, Charly Hübner, u.a.; 135 min.

Szene aus dem Film über eine deutsche Rocklegende

Musik-Biographie über das Leben des legendären deutschen Rockmusikers Udo Lindenberg. Mit dem Sonderzug hat er es als einer der wenigen West-Künstler bis in die ehemalige DDR geschafft – nun schafft er auch den Sprung auf die Kinoleinwand. Udo wusste schon früh, wo sein Weg hingehen sollte, und zwar nach ganz oben. Er entflieht früh dem westfälisch-provinziellen Elternhaus, arbeitet als Schlagzeuger und lässt sich auch von ersten Misserfolgen nicht abschrecken. Der behäbige junge Musiker will mit deutschen Songs durchstarten und der Welt zeigen, was er drauf hat. Es dauert nicht lang, bis ihm die Musik- und natürlich auch die Frauenwelt zu Füßen liegt…

26. März, Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, D/CH 2019; Regie: Carolin Link; Darsteller*innen: Riva Krymalowski, Oliver Masucci, Carla Juri, u. a.; 119 min.

Eindrucksvolle Verfilmung des Weltbestsellers von Judith Kerr über das Leben einer jüdischen Familie, die nach Hitlers Machtergreifung 1933 aus Berlin flüchtet und über mehrere Stationen nach England gelangt. Einfühlsam zeichnet die Regisseurin Charlotte Link ein realistisches Bild vom Leben jüdischer Flüchtlinge im Exil. Ihr Talent, kraftvolle melodramatische und poetische Sequenzen zu entwickeln, ohne dabei in Sentimentalität oder gar Kitsch abzugleiten, ist einmalig. Unterstützt von einer brillanten Schauspielerriege entsteht eine dichte, warmherzige Inszenierung.

(Filmbeschreibungen und Fotos werden uns von der KIR zur Verfügung gestellt.)

Über das StadtKino:

Das “Stadtkino” (Motto: Stadtkino statt Kino) ist wahrlich mehr als ein “Lückenbüßer”. Es gibt einen festen Fankreis, für den der Donnerstag ein fixer Termin ist. Je nach Film kommen dann noch jede Menge Gelegenheitsgucker dazu. Zwar bemüht sich die Stadt Rotenburg, einen Investor für ein professionelles Kino möglichst in der Innenstadt zu finden. Doch selbst wenn sich wieder ein Kinobetreiber in Rotenburg finden sollte, dürfte dies keineswegs das Ende des Stadtkinos bedeuten. Wahrscheinlicher wäre ein Umzug in eine vielleicht kleinere Location, die aber mit weniger Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer verbunden wäre. Dann müssten nicht jedes Mal Stühle und Bänke sowie der Tresen für die Ausgabe von Getränken und Naschwerk aufgebaut werden. Eine “Arbeitsteilung” in dem Sinne, dass sich das Stadtkino auf thematisch und künstlerisch anspruchvollere Filme konzentrieren und dem Kino in der Innenstadt die kommerziellen Streifen überlassen könnte, ist denkbar. Wichtig wäre jedoch auch ein etwas anheimelnderes Ambiente als das, was die Aula der Stadtschule bislang zulässt.

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