News-Ticker

Stadtkino statt Kino – die nächsten Filme

Die KIR sorgt donnerstags für beste Kinounterhaltung in der Stadtschule

Filmszene mit Diane Krüger Diane Krüger spielt die Hauptrolle in dem preisgekrönten Film "Aus dem Nichts" von Fatih Akin

Donnerstag ist Kinotag! In Rotenburg sichert die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) mit vielen ehrenamtlichen Helfern das Filmerlebnis, solange es kein professionelles Kino in der Wümmestadt gibt. Und das macht sie gut, wie so manche proppenvolle Aula in der Stadtschule belegt.

Die Vorstellungen im Stadtkino beginnen donnerstags um 20 Uhr, Nachmittagsvorstellungen um 16 Uhr. Eintritt: 5 Euro regulär, ermäßigt 4 Euro (für KIR-Fördermitglieder, ebenso bei Nachmittagsvorstellungen). Karten für das Kino-Café kosten im Vorverkauf 8 Euro (erhältlich im Infobüro der Stadt), an der Tageskasse 10 Euro.

Auf folgende Filme dürfen sich die Rotenburger Cineasten zu Beginn des Jahres 2018 freuen:

11. Januar: Fack ju Göhte 3, D 2017, Regie: Bora Dagtekin, Darsteller:  Elyas M’Barek, Jella Haase, Sandra Hüller u. a.; 120 min.

Filmszene

Pöbelnder Lehrer überzeugt Schüler auf Abwegen – Fack ju Göhte 3

Dritter Teil der Lehrer-Komödie mit Elyas M’Barek als Pöbelpauker, der auch unkonventionelle Methoden nicht scheut, um seine Schüler zu unterrichten. Chantal, Danger, Zeynep und die anderen Schüler der Goethe-Gesamtschule stehen zwar kurz vor dem Abitur, doch die ehemaligen Problemschüler sind nicht wirklich motiviert, diesen Abschluss zu ergattern. Dafür hat die Frau vom Berufsinformationszentrum gesorgt, indem sie ihnen klar gemacht hat, dass ihre Zukunft sowieso nicht besonders rosig aussieht. Somit ist bei Chantal & Co. erstmal wieder Frustration, Eskalation und Leistungsverweigerung angesagt, aber dennoch will Zeki Müller alles tun, damit sie das Abi schaffen.

18. Januar: Mord im Orientexpress, Klassiker

Filmszene

Ein Fall für den Meisterdetektiv – Mord im Orient-Express

Auf dem Heimweg von Istanbul nach London kommt der Meisterdetektiv Hercule Poirot in eine verzwickte Lage: Auf dem Balkan wird der Zug durch Schneeverwehungen aufgehalten. Gleichzeitig findet ein brutaler Mord statt. Das Opfer ist der Amerikaner Mr. Ratchett. Abgeschnitten von der Außenwelt muss sich der Mörder noch unter den Mitreisenden des Luxus-Zuges befinden. Doch jeder von ihnen erzählt eine andere Geschichte.

25. Januar (Kino-Café um 16 Uhr): Victoria und Abdul, USA/GB 2017; Regie: Stephen Frears, mit Judy Dench, Ali Fazal, Adeel Akhtar, 108min.

Im Jahr 1887 feiert Queen Victoria ihr goldenes Thronjubiläum. Für den 24-jährigen indischen Sekretär Abdul Karim wiederum ist das Fest der aufregendste Tag seines Lebens. Als Bediensteter wird er seiner Königin ganz nah sein. “Schau ihr auf keinen Fall in die Augen”, wurde er gewarnt. Doch dann, als die Queen gerade wieder einzuschlafen droht, schaut er sie direkt an – und lächelt. Schnell entwickelt sich die Freundschaft zwischen der Queen und ihrem Diener zum Skandal im Buckingham Palace. Judy Dench ist großartig als kleine, alte, eigensinnige Monarchin. Ali Fazal spielt Abdul Karim als karrierebewussten Abenteurer, der die Königin mit viel Charme um den kleinen Finger wickelt, sie aber tatsächlich auch mag. Sehr frei nach einer wahren Begebenheit.

25. Januar: Simpel, D 2017; Regie: Markus Goller, Darsteller: David Kross, Frederick Lau, Annette Frier u.a.; 113 min

Filmszene mit den beiden Brüdern auf dem Motorrad

Simpel – die Geschichte zweier Brüder

Eine überaus berührende Geschichte von zwei Brüdern, die nicht unterschiedlicher sein könnten und sich doch innig mögen. Barnabass hat leider bei der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen und ist geistig nicht so ganz auf der Höhe, weswegen er einfach aber liebevoll Simpel genannt wird. Dafür hat Ben ein sehr großes Herz und sein Leben ganz darauf ausgerichtet, sich um seinen Bruder zu kümmern.Irgendwie könnte es immer so weitergehen mit dem leicht verschrobenen Alltag der beiden, doch eines Tages ist Mama tot, der Vater schon seit Jahren weg, und Simpel soll ins Heim. Das bringt Ben nicht übers Herz. Witzig und warmherzig – selten hat die Kombination so gut gestimmt und entsprechend der Geschichte auch gepasst. Immer wieder findet er die Balance zwischen Witz und Rührung. Vor allem schafft er es, das Behindertsein ernst zu nehmen und dennoch Spaß an den verrückten Situationen zu haben.

1. Februar: Weit – Die Geschichte von einem Weg um die Welt, Dokumentation, Regie: Patrick Allgaier & Gwendolin Weisser; 120 min.

Dreieinhalb Jahre trampten Gwen Weisser und Patrick Allgaier um die Welt, einmal rund um den Globus – die Kamera immer mit dabei. Durch ihre ungemein sympathische Dokumentation lassen sie uns dieses Abenteuer jetzt im Kino miterleben – anfangs mit überragendem Erfolg in Freiburg, mittlerweile in der ganzen Republik. Viel schöner kann man nicht Lust machen aufs Reisen, auf Welt entdecken, auf Menschen kennen lernen. „Die Geschichte ihrer Reise ist wohltuend, sie macht gute Laune. Vor allem aber macht sie Hoffnung. Es ist in dieser Zeit genau die richtige Antwort auf Misstrauen, Angst und Fremdenhass.“ SWR-Fernsehen

8. Februar: Zwischen zwei Leben, USA 2017, Regie: Hany Abu-Assad; mit Kate Winslet, Idris Elba, Beau Bridges; 112 min.

Filmszene in der Wildnis

Nach einem Flugzeugabsturz müssen zwei Fremde in der Wildnis lernen, einander blind zu vertrauen

Überlebensdrama um zwei Fremde, die nach einem Flugzeugabsturz in der Wildnis aufeinander angewiesen sind und lernen müssen, sich blind zu vertrauen. Ein gestrichener Linienflug von Idaho nach New York führt die Fotojournalistin Alex und den Neurochirurgen Ben zusammen, als sie gemeinsam ein Kleinflugzeug chartern, das über der Wildnis abstürzt. Als Ben wieder zu sich kommt, ist das Flugzeug gecrasht. Nur er und Alex haben überlebt. Schnell stellen sie fest, dass auf Hilfe nicht zu hoffen ist. Gemeinsam sind sie in der rauen Bergwelt gestrandet, hundert Kilometer von der Zivilisation entfernt. Alex ist pragmatisch und furchtlos, Ben stark und bedacht. Nur wenn sie lernen, dem anderen blind zu vertrauen, haben sie eine Chance, den Trip durch die unerbittliche Wildnis zu überleben. Unterwegs lauern nicht nur Gefahren – langsam kommen sich die beiden näher.

15. Februar: Aus dem Nichts, D 2017, Regie: Fatih Akin; mit Diane Krüger, Dennis Moschitto, Ulrich Tukur; 106 min.

Am Nachmittag hat Katja den sechsjährigen Sohn Rocco in das Büro ihres Mannes gebracht. Als sie am Abend zurückkehrt, sind beide tot. Eine Nagelbombe, die vor dem Büro deponiert wurde, hat alles zerfetzt. Weil ihr türkischstämmiger Mann wegen Drogenbesitz im Gefängnis saß, ermittelt die Polizei im Rotlichtmilieu. Doch dann weisen die Spuren in die Neonazi-Szene. Hauptverdächtig sind die Neonazi-Eheleute André und Edda Möller. Doch der Gerichtsprozess entwickelt sich anders als Katja gehofft hatte. Obwohl ihr Anwalt von einer wasserdichten Beweislage spricht, gelingt es dem Verteidiger Haberbeck, den Prozess zugunsten der Angeklagten zu entscheiden. Gedemütigt und zerstört von der Gerichtsverhandlung sieht Katja keinen Grund mehr, weiterzuleben. Wenn sie ihrem Leben wieder Sinn geben will, muss sie das Gesetz selbst in die Hand nehmen. – Als bester nicht-englischsprachiger Film mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

22. Februar: Madame, F 2017, Regie: Amanda Sthers; mit Rossy de Palma, Toni Collette, Harvey Keitel; 90 min.

Cinderella-Geschichte rund um die Pariser Hausangestellte Maria. Sie wird unverhofft zum Gast einer piekfeinen Dinnerparty, was zahlreiche Verwicklungen nach sich zieht – inklusive Love-Story. Rossy de Palma spielt mit viel Herz die Maria. Toni Collette ist als ihre Chefin, die Madame, von exquisiter Gemeinheit. An ihrer Seite spielt Harvey Keitel einen Ehemann in heimlichen Geldnöten. Amanda Sthers (Drehbuch und Regie) hat das alte Motiv aufgepeppt und entkitscht. Das Ergebnis ist eine boshafte Parabel auf eine Gesellschaft, die sich nur nach außen liberal präsentiert.

(Filmbeschreibungen und Fotos wurden uns von der KIR zur Verfügung gestellt.)

Über das StadtKino:

Das “Stadtkino” (Motto: Stadtkino statt Kino) ist wahrlich mehr als ein “Lückenbüßer”. Es gibt einen festen Fankreis, für den der Donnerstag ein fixer Termin ist. Je nach Film kommen dann noch jede Menge Gelegenheitsgucker dazu. Zwar bemüht sich die Stadt Rotenburg, einen Investor für ein professionelles Kino möglichst in der Innenstadt zu finden. Zuletzt wurde über einen Neubau beim früheren Verlagshaus der Rotenburger Rundschau am Neuen Markt/ Ecke Glockengießerstraße und Am Sande diskutiert. Doch selbst wenn sich wieder ein Kinobetreiber in Rotenburg finden sollte, dürfte dies keineswegs das Ende des Stadtkinos bedeuten. Wahrscheinlicher wäre ein Umzug in eine vielleicht kleinere Location, die aber mit weniger Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer verbunden wäre. Dann müssten nicht jedes Mal Stühle und Bänke sowie der Tresen für die Ausgabe von Getränken und Naschwerk aufgebaut werden. Eine “Arbeitsteilung” in dem Sinne, dass sich das Stadtkino auf thematisch und künstlerisch anspruchvollere Filme konzentrieren und dem Kino in der Innenstadt die kommerziellen Streifen überlassen könnte, ist denkbar. Wichtig wäre jedoch auch ein etwas anheimelnderes Ambiente als das, was die Aula der Stadtschule bislang zulässt. Ob sich eine Lösung am Kalandshof auftut, bleibt abzuwarten.

 

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*