News-Ticker

Stadtkino statt Kino – die nächsten Filme

Die KIR sorgt donnerstags für beste Kinounterhaltung in der Stadtschule

Szenenfoto mit Schülerinnen und Schülern Szene aus dem DDR-Drama "Das schweigende Klassenzimmer"

Donnerstag ist Kinotag! In Rotenburg sichert die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) mit vielen ehrenamtlichen Helfern das Filmerlebnis, da es kein professionelles Kino in der Wümmestadt gibt. Und das macht sie gut, wie so manche proppenvolle Aula in der Stadtschule belegt.

Die Vorstellungen im Stadtkino beginnen donnerstags um 20 Uhr, Nachmittagsvorstellungen um 16 Uhr. Eintritt: 5 Euro regulär, ermäßigt 4 Euro (für KIR-Fördermitglieder, ebenso bei Nachmittagsvorstellungen). Karten für das Kino-Café kosten im Vorverkauf 8 Euro (erhältlich im Infobüro der Stadt), an der Tageskasse 10 Euro.

Auf folgende Filme dürfen sich die Rotenburger Cineasten im November freuen:

8. November: Wackersdorf, D 2018, Regie: Oliver Haffner; Darsteller: Johannes Zeiler, Anna Maria Sturm, Peter Jordan u.a.; 123 min.

Das Politdrama von Oliver Haffner schildert den Mitte der 80er-Jahre eskalierenden Kampf um die geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf. Nicht nur Atomkraftgegner versammeln sich. Auch Einheimische, Bauern, Lehrer, Pfarrer, besorgte Bürger und Regionalpolitiker gehen gegen das Projekt auf die Barrikaden.

15. November: Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm, D 2018, Regie: Joachim Lang; Darsteller: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, u.a.; 130 min.

Historisches Drama um die Dreharbeiten zur Verfilmung von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“. Berlin der 1920er Jahre: Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit, eine erstarkende rechte Bewegung verwandeln die Metropole zum Pulverfass. In dieser Zeit führt Bertolt Brecht seinen Welterfolg die „Dreigroschenoper“ zum ersten Mal auf. Das Publikum ist begeistert. Die Welthits aus der „Dreigroschenoper“ werden im Kinofilm von Max Raabe gesungen, begleitet von den Musikern des SWR Symphonieorchesters.

22. November: Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon, D 2018, Regie: Florian Gallenberger, Darsteller: Elmar Wepper, Emma Bading, Monika Baumgartner u.a.; 116 min.

In der Komödie nach dem Roman von Jockel Tschiersch erlebt ein Gärtner einen skurrilen Rundflug durch Deutschland, bei dem er wieder einen Sinn zu leben findet. Oscar-Preisträger Florian Gallenberger kann sich bei seinem fliegenden Roadmovie quer durch die Republik auf ein exzellentes Ensemble verlassen. Der Film wird am 29. November auch im Kino-Café (Beginn 16 Uhr) gezeigt.

29. November: Gundermann, D 2018; Regie: Andreas Dresen; Darsteller: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl u.a.; 128 min.

Gerhard Gundermann war in der DDR als singender Baggerfahrer bekannt. In seinen Liedern sang er vom Alltag der Arbeiter im Braunkohlerevier der Lausitz, setzte sich kritisch mit dem System auseinander und verarbeitete in dem Song „Sieglinde“ auch sein eigenes Wirken als Spitzel für die Stasi. Gundermann lebte immer zwei Leben.

(Filmbeschreibungen und Fotos werden uns von der KIR zur Verfügung gestellt.)

Über das StadtKino:

Das “Stadtkino” (Motto: Stadtkino statt Kino) ist wahrlich mehr als ein “Lückenbüßer”. Es gibt einen festen Fankreis, für den der Donnerstag ein fixer Termin ist. Je nach Film kommen dann noch jede Menge Gelegenheitsgucker dazu. Zwar bemüht sich die Stadt Rotenburg, einen Investor für ein professionelles Kino möglichst in der Innenstadt zu finden. Zuletzt wurde über einen Neubau beim früheren Verlagshaus der Rotenburger Rundschau am Neuen Markt/ Ecke Glockengießerstraße und Am Sande diskutiert. Doch selbst wenn sich wieder ein Kinobetreiber in Rotenburg finden sollte, dürfte dies keineswegs das Ende des Stadtkinos bedeuten. Wahrscheinlicher wäre ein Umzug in eine vielleicht kleinere Location, die aber mit weniger Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer verbunden wäre. Dann müssten nicht jedes Mal Stühle und Bänke sowie der Tresen für die Ausgabe von Getränken und Naschwerk aufgebaut werden. Eine “Arbeitsteilung” in dem Sinne, dass sich das Stadtkino auf thematisch und künstlerisch anspruchvollere Filme konzentrieren und dem Kino in der Innenstadt die kommerziellen Streifen überlassen könnte, ist denkbar. Wichtig wäre jedoch auch ein etwas anheimelnderes Ambiente als das, was die Aula der Stadtschule bislang zulässt. Ob sich eine Lösung am Kalandshof auftut, bleibt abzuwarten.

 

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*