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Stadtkino statt Kino – die nächsten Filme

Die KIR sorgt donnerstags für beste Kinounterhaltung in der Stadtschule

Junge Frau am Strand Szene aus dem französischen Film um eine junge Malerin und ihr Modell.

Donnerstag ist Kinotag! In Rotenburg sichert die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) mit vielen ehrenamtlichen Helfern das Filmerlebnis, da es kein professionelles Kino in der Wümmestadt gibt. Und das macht sie gut, wie so manche proppenvolle Aula in der Stadtschule belegt.

Die Vorstellungen im Stadtkino beginnen donnerstags um 20 Uhr, Nachmittagsvorstellungen um 16 Uhr. Eintritt: 5 Euro regulär, ermäßigt 4 Euro (für KIR-Fördermitglieder, ebenso bei Nachmittagsvorstellungen). Karten für das Kino-Café kosten im Vorverkauf 8 Euro (erhältlich im Infobüro der Stadt), an der Tageskasse 10 Euro.

Auf folgende Filme dürfen sich die Rotenburger Cineasten freuen:

14. November: Frau Stern, D2019, Regie: Anatol Schuster;Darsteller*innen: Ahuva Sommerfeld, Kara Schröder, Pit Bukowski; 79 min

In ihrem Leben hat Frau Stern (Ahuva Sommerfeld) nicht nur vieles erlebt, sondern vor allem auch überlebt. Die 90-Jährige liebte viele Männer, rauchte viel, führte ein Restaurant und entkam als Jüdin den Nazis. Doch wenn sie eins gelernt hat, dann, dass Liebe ebenso eine Entscheidung ist wie auch der Tod – und genau den sehnt die alte Frau in letzter Zeit besonders entgegen. Mit Hilfe ihrer Enkelin Elli (Kara Schröder) will Frau Stern ein für alle Mal, nach bereits vielen Fehlschlägen, kurzen Prozess machen – denn die kennt immerhin den coolsten Dealer aus Neukölln.

21. November: Systemsprenger, D2019; Regie: Nora Fingscheidt; Darsteller*innen: Helena Zengel, Albrecht Abraham Schuch, Gabriela Maria Schmeide; 119 min

Die neunjährige Benni (Helena Zengel) heißt eigentlich Bernadette, hasst es aber, wenn sie so genannt wird. Genauso wenig kann sie es leiden, zu immer neuen Pflegefamilien gesteckt zu werden, die sie daher absichtlich jedes Mal vergrault. Denn Benni will einfach nur bei ihrer Mutter Bianca (Lisa Hagmeister) leben. Die hat allerdings Angst vor ihrer Tochter und hat sie deswegen überhaupt erst abgegeben. Keine leichte Situation für das Jugendamt, die für Kinder wie Benni einen eigenen Begriff hat: Systemsprenger. Letzte Hoffnung ist der Anti-Aggressionstrainer Micha (Albrecht Schuch). Kann er Benni von ihrer selbstzerstörerischen Kraft erlösen?

28. November: Blinded by the light, GB 2019; Regie: Gurinder Chadha; Darsteller*innen: Viveik Kalra, Kulvinder Ghir, Aaron Phagura; 104 min

Die Javed (Viveik Kalra) ist ein britischer Teenager pakistanischer Abstammung. 1987 wächst er in einer Zeit voller ethnischer und wirtschaftlicher Unruhen in Großbritannien auf. Um vor der Intoleranz und den konservativen Vorstellungen seines Vaters Malik (Kulvinder Ghir) zu flüchten, schreibt der Jugendliche Gedichte. Als ihm sein Klassenkamerad Roops (Aaron Phagura) jedoch die Musik von Bruce Springsteen vorspielt, widmet er sich diesen Texten. In ihnen erkennt er Parallelen zu seinem eigenen Leben in der Arbeiterschicht. Das befreit ihn und führt mitunter dazu, dass Javed endlich den Mut findet, seine Gefühle und seine Träume in seiner eigenen Stimme auszudrücken.

28. November, Kino-Café im Stadtkino, 16 Uhr: Und wer nimmt den Hund?, D2019; Regie: Rainer Kaufmann; Darsteller*innen: Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Lucie Heinze; 89 min

 Nach über 20 Jahren Beziehung geht der Ehe zwischen Doris (Martina Gedeck) und Georg (Ulrich Tukur) allmählich die Luft aus, auch wegen seiner kurzen Affäre mit einer Jüngeren. Die Hamburger galten immer als das perfekte Vorzeigepaar – nun arbeiten sie ihre Vergangenheit in einer Trennungstherapie auf. Da Doris nun keine Rücksicht mehr auf andere nehmen muss, nutzt sie die unerwartete Freiheit, um endlich beruflich und privat durchzustarten. Und schafft es Georg, alles wieder zum Guten zu wenden?

5. Dezember, El Olivio, E/D 2016; Regie: Icíar Bollaín; Darsteller*innen: Anna Castillo, Javier Gutierrez, Pep Ambròs; 98 min

Filmszene mit Olivenbaum

Ein uralter Olivenbaum spielt für Alma und ihren Opa eine besondere Rolle.

Drama um eine junge Frau, die versucht den vor Jahren verkauften, uralten Olivenbaum zurückzubekommen, um ihren totkranken Vater zu trösten. Ein Olivenbaum wird im Allgemeinen auch als Generationenbaum bezeichnet und kann über hunderte Jahre wachsen. So auch auf einer spanischen Plantage, auf der Ramón die Geschickte an seinen Sohn übergibt. Mit seiner Enkeltochter Alma besucht er den Baum häufig und erfreut sich an den über 2000 Jahre alten Wurzeln. Doch sein Sohn hat andere Pläne für den Olivenbaum: er verkauft das alte Lebewesen und Ramón spricht künftig kein Wort mehr.

12. Dezember, Deutschstunde, D 2019; Regie: Christian Schwochow; Darsteller*innen: Levi Eisenblätter, Ulrich Noethen, Tobias Moretti; 125 min.

Anfang der 1950er Jahre in der alten Bundesrepublik: Der Jugendliche Siggi Jepsen sitzt in einer Besserungsanstalt. Als er einen Aufsatz zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ verfassen soll, gibt der junge Mann ein leeres Heft ab, weil ihm zu viel zum Thema einfällt. Dafür kommt Siggi in eine Arrestzelle, wo er in einem langen Bericht seine Kindheit rekapituliert. Im Jahr 1943 lebt der elfjährige Siggi mit seinem Vater Jens Ole und der Mutter Gudrun im norddeutschen Kaff Rugbüll. Siggis Bruder Klaas dient an der Front, ab und zu kommt die ältere Schwester Hilke zu Besuch. Der Vater hat den „nördlichsten Polizeiposten Deutschlands“ inne, eine Aufgabe, die er ganz im Sinn des nationalsozialistischen Regimes pflichtversessen ausführt. Also belegt der Ordnungshüter den expressionistischen Maler Max Ludwig Nansen auf Geheiß von oben mit einem Arbeitsverbot, auch wenn er ihn schon seit der Jugend kennt. Siggi, der im Atelier des Malers ein und aus geht, soll das Verbot überwachen. Der Beginn einer mehrjährigen Gewissensqual…

19. Dezember, Downtown Abbey, GB 2019; Regie: Michael Engler; Darsteller*innen: Hugh Bonneville, Maggie Smith, Imelda Staunton; 122 min.

Nach einer mehrjährigen Pause meistert die weltweit beliebte, britische Kultserie den Sprung auf die große Leinwand perfekt, heißt es bei der KIR. Das detailgenaue Kostümdrama überzeuge sicher nicht nur seine eingefleischten Fans. Der mit mehreren Emmys, Golden Globes und Bafta Awards ausgezeichnete gigantische Überraschungserfolg lockt mit einen Besuch des Königs und der Königin von England, King George V und Queen Mary, auf den Landsitz  Downton ins Highclere Castle in der englischen Grafschaft Hampshire. Ein Ereignis, das bei der Adelsfamilie Crawley und deren Personal für Turbulenzen sorgt.

9. Januar 2020, Parasite, Südkorea 2019; Regie: Bong Joon Ho; Darsteller*innen: Song Kang Ho, Lee Sun Kyun, u.a.; 131 min.

Familie Ki lebt in ärmlichen Verhältnissen ganz unten auf der sozialen Leiter. Die Eltern Ki-taek und Chung-sook sind arbeitslos, die fast erwachsenen Kinder, der Sohn Ki-woo und die Tochter Ki-jung unterstützen die Familie mit Gelegenheitsjobs. Das Glück wendet sich als ein Freund Ki-woo eine Tutorenstelle am anderen Ende der Stadt, am anderen Ende der sozialen Leiter vermittelt. Im mondänen, modernistischen Haus der Familie Park soll er der Tochter Englischstunden geben. Es ist der Beginn einer parasitären Beziehung der beiden Familien, denn bald arbeiten alle Kis für die Parks…..

16. Januar 2020, Distelfink, USA2019; USA 2019; Regie: John Crowley; Darsteller*innen: Ansel Elgort, Finn Wolfhard, Nicole Kidman, u.a.; 150 min.

Theodore ist gerade einmal 13 Jahre alt, als er seine Mutter bei einem Bombenanschlag auf ein Kunstmuseum verliert. In den Wirren nach der Detonation lässt er ein Bild mitgehen, ihr Lieblingsstück – „Der Distelfink“. In „Der Distelfink“ geht es um Momente. Solche, die das Leben definieren. Die mit purer Emotion aufgeladen sind, die trauern, aber auch lachen, bangen, aber auch hoffen lassen, die in ihrer Wirkkraft mächtig und doch flüchtig zugleich sind. Sie sind das Destillat dessen, was ein Leben sein kann, vielleicht auch sein muss. Hier geht alles Hand in Hand: Eine exakt erzählte, charakterlich tiefgreifende Geschichte, eine den Zuschauer umschmeichelnde Musik, eine imposante Inszenierung. Dazu Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen, und ein Ensemble, das von den Jungdarstellern um Newcomer Oakes Fegley bis zu den gestandenen Mimen wie Ansel Elgort und Jeffrey Wright, nicht erlesener sein könnte. Am Ende steht ein Film, den man nicht mehr vergisst.

23. Januar 2020, Ich war noch niemals in New York, D2019, Regie: Philipp Stölzl; Darsteller*innen: Heike Makatsch, Uwe Ochsenknecht, Moritz Bleibtreu, u.a.; 122 min.

Verfilmung des Udo Jürgens-Musicals über eine romantische, turbulente und (un)freiwillige Kreuzfahrt nach New York. Für die erfolgsverwöhnte Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg steht die Karriere an erster Stelle. Ihre Prioritäten ändern sich jedoch, als ihre Mutter einen Unfall mit Gedächtnisverlust erleidet. Die betagte Dame kommt ins Krankenhaus und alles, woran sie sich noch erinnern kann, ist, dass sie noch nie in New York war. Kurzerhand türmt die Seniorin und schmuggelt sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes.

30. Januar 2020, Porträt einer jungen Frau in Flammen, F 2019; Regie: Céline Sciamma; Darsteller*innen: Noémie Merlant, Adèle Haenel, Valeria Golino; 119 min.

Frankreich im 18. Jahrhundert: Die junge Malerin Marianne folgt dem Auftrag einer italienischen Gräfin. Auf einer Insel in der Bretagne soll sie deren bildhübsche wie rebellische Tochter Héloïse porträtieren. Schon bald werde sie einen Adligen aus Mailand ehelichen, das Gemälde soll die Verbindung untermauern. Doch niemand hat die junge Dame um ihr Einverständnis gebeten. Marianne versucht auf ungewöhnlichem Wege das Gemälde anzufertigen. Bei langen Spaziergängen am Strand merkt sie sich Héloïses Profil, um es in der Nacht auf Öl zu bannen. Doch je länger die Begegnungen zwischen den jungen Frauen andauern, desto intensiver und stärker wird ihre Verbindung.

(Filmbeschreibungen und Fotos werden uns von der KIR zur Verfügung gestellt.)

Über das StadtKino:

Das “Stadtkino” (Motto: Stadtkino statt Kino) ist wahrlich mehr als ein “Lückenbüßer”. Es gibt einen festen Fankreis, für den der Donnerstag ein fixer Termin ist. Je nach Film kommen dann noch jede Menge Gelegenheitsgucker dazu. Zwar bemüht sich die Stadt Rotenburg, einen Investor für ein professionelles Kino möglichst in der Innenstadt zu finden. Doch selbst wenn sich wieder ein Kinobetreiber in Rotenburg finden sollte, dürfte dies keineswegs das Ende des Stadtkinos bedeuten. Wahrscheinlicher wäre ein Umzug in eine vielleicht kleinere Location, die aber mit weniger Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer verbunden wäre. Dann müssten nicht jedes Mal Stühle und Bänke sowie der Tresen für die Ausgabe von Getränken und Naschwerk aufgebaut werden. Eine “Arbeitsteilung” in dem Sinne, dass sich das Stadtkino auf thematisch und künstlerisch anspruchvollere Filme konzentrieren und dem Kino in der Innenstadt die kommerziellen Streifen überlassen könnte, ist denkbar. Wichtig wäre jedoch auch ein etwas anheimelnderes Ambiente als das, was die Aula der Stadtschule bislang zulässt.

 

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