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Stadtkino statt Kino – die nächsten Filme

Die KIR sorgt donnerstags für beste Kinounterhaltung in der Stadtschule

Filmszene mit Diskussion am Tisch Darf man sein Kind Adolf nennen? Diese Frage sorgt zwangsläufig für heftige Diskussionen.

Donnerstag ist Kinotag! In Rotenburg sichert die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) mit vielen ehrenamtlichen Helfern das Filmerlebnis, da es kein professionelles Kino in der Wümmestadt gibt. Und das macht sie gut, wie so manche proppenvolle Aula in der Stadtschule belegt.

Die Vorstellungen im Stadtkino beginnen donnerstags um 20 Uhr, Nachmittagsvorstellungen um 16 Uhr. Eintritt: 5 Euro regulär, ermäßigt 4 Euro (für KIR-Fördermitglieder, ebenso bei Nachmittagsvorstellungen). Karten für das Kino-Café kosten im Vorverkauf 8 Euro (erhältlich im Infobüro der Stadt), an der Tageskasse 10 Euro.

Auf folgende Filme dürfen sich die Rotenburger Cineasten freuen:

10. Januar: A Star is born, USA 2018; Regie: Bradley Cooper; DarstellerInnen: Lady Gaga, Bradley Cooper, Sam Elliott,u.a.; 135 min.

Im dritten Remake des 1937er Hollywood-Klassikers „Ein Stern geht auf“ treten Bradley Cooper und Lady Gaga als Musikerpaar auf, dessen Liebe durch den Abstieg des einen und den Aufstieg der anderen auf eine Probe gestellt wird. Lady Gaga begeistert in ihrer ersten Kinohauptrolle mit einem nuancierten Spiel, das viel Raum für Zwischentöne lässt. Mit dem Single-Hit „Shallow“.

17. Januar: Der Trafikant, Ö/D 2018, Regie: Nikolaus Leytner; DarstellerInnen: Simon Morzé, Bruno Ganz, Johannes Krisch, u.a.; 113 min

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Robert Seethaler: Ein 17-jähriger Bub kommt 1937 von der langweiligen Provinz in die quirlige Großstadt Wien, um in einem Tabakladen – Trafik auf österreichisch – als Lehrling zu arbeiten. Er lernt nicht nur die Liebe in Gestalt einer schönen, aber flatterhaften Böhmin kennen, sondern auch den alten Sigmund Freud. Doch dann kommen die Nazis und mit ihnen die Veränderung.

24. Januar: 25 km/h, D 2018; Regie: Markus Goller; DarstellerInnen: Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Sandra Hüller, u.a.; 116 min.

Hauptdarsteller auf Mofa auf der Flucht

Mit 25 km/h ist eine Flucht denkbar prickelig.

Auf uralten, klapperigen Mofas machen sich zwei Brüder auf den Weg zu einer Reise, die sie einander, vor allem aber sich selbst näherbringen. Der Tischler Georg hat sich bis zu Letzt um den Vater gekümmert, während Christian als Manager erfolgreich durch die Welt gejettet ist. Können sich die beiden wieder zusammenraufen, auf dem Weg vom Schwarzwald bis nach Rügen?

24. Januar (Kino-Café, 16 Uhr): Der Vorname, D 2018; Regie: Sönke Wortmann; D.: Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Caroline Peters, u.a.; 91 min.

Adolf soll der Spross von Thomas und Anna heißen, eine Idee, die bei Freunden und Verwandten für das zu erwartende Entsetzen sorgt. Bei einem Abendessen mit seiner Schwester Elisabeth, ihrem Mann Stephan und dem alten Familienfreund René enthüllt Thomas die Namenswahl, welcher der Auslöser erhitzter Diskussionen ist

31. Januar: Ballon, D2018; Regie: Michael Bully Herbig; DarstellerInnen: Friedrich Mücke, Karoline Schuch, David Kross, u.a.; 120 min.

Filmszene

Bully Herbig führte Regie in dem Film über eine spektakuläre Flucht aus der DDR.

September 1979: Mitten in der Nacht laden Peter Strelzyk und sein Freund Günter Wetzel die Materialien für ihre spektakuläre DDR-Flucht aus dem Auto. Aus Regenmantelstoff haben sie die 100 Kilo schwere Ballon-Hülle angefertigt. Das Unternehmen ist hoch riskant. Das Westradio hat Nordwind angesagt — jetzt oder nie.

7. Februar: 100 Dinge, D2018; Regie: Florian David Fitz; DarstellerInnen: Matthias Schweighöfer, Florian David Fitz, Hannelore Elsner, u.a.; 111 min.

Was braucht man eigentlich wirklich im Leben? Für Paul geht ohne das Handy gar nichts, Toni könnte niemals auf seine Espressomaschine verzichten, Paul braucht seine Sneakers als wären sie heilig. Die beiden sind süchtig nach all den Accessoires, Geräten und Alltagsgegenständen, mit denen sie sich umgeben. Auf einer Firmenfeier schließen Paul und Toni eine gewagte Wette: Ihr gesamtes Hab und Gut wird für 100 Tage in einer Lagerhalle weggeschlossen.

Filmszene mit den Schauspielern Schweighöfer und Fitz

100 Dinge: Was braucht man wirklich im Leben? Der Film über eine gewagte Wette.

14. Februar: Der Junge muss an die frische Luft, D2018; Regie: Caroline Link; DarstellerInnen: Julius Weckauf, Joachim Król, Luise Heyer, u.a.; 99 min

Julius Weckauf als Hape Kerkeling

Schon als Kind stellte Hape Kerkeling (gespielt von Julius Weckauf) seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie von Hape Kerkeling. Der Regisseurin Caroline Link gelingt ein gut unterhaltendes und hochwertig ausgestattetes Biopic im Ruhrpott-Milieu der 1970er Jahre. Der berührende, teils tieftraurige Film über Familienbande punktet insbesondere mit dem treffsicher besetzten Nachwuchsdarsteller Julius Weckauf.

21. Februar: Gegen den Strom, Island 2018; Regie: Benedikt Erlingsson; DarstellerInnen.: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, u.a.; 100 min.

Ökothriller, Abenteuerfilm, Märchen und Komödie – Benedikt Erlingssons Film über eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad ist all das und noch mehr: großes, originelles Arthousekino! Er zeigt die ursprüngliche isländische Natur in wunderbaren Bildern, dazu außergewöhnliche Menschen in surrealen Situationen.

28. Februar: Astrid, S/D/DK 2018; Regie: Pernille Fischer Christensen; DarstellerInnen: Trine Dyrholm, Alba August, Maria Bonnevie, u.a.; 121 min.

Ein Film über Astrid Lindgren als Persönlichkeit, die sich lebenslang für Menschenrechte einsetzte und sich – nicht nur in ihren Büchern – kreativ über Regeln und Normen hinwegsetzte. Von ihrem Weg dorthin erzählt Regisseurin Pernille Fischer Christensen sehr sensibel, fesselnd und mit feinem, unterkühltem Humor. Allerbestes skandinavisches Erzählkino.

(Filmbeschreibungen und Fotos werden uns von der KIR zur Verfügung gestellt.)

Über das StadtKino:

Das “Stadtkino” (Motto: Stadtkino statt Kino) ist wahrlich mehr als ein “Lückenbüßer”. Es gibt einen festen Fankreis, für den der Donnerstag ein fixer Termin ist. Je nach Film kommen dann noch jede Menge Gelegenheitsgucker dazu. Zwar bemüht sich die Stadt Rotenburg, einen Investor für ein professionelles Kino möglichst in der Innenstadt zu finden. Zuletzt wurde über einen Neubau beim früheren Verlagshaus der Rotenburger Rundschau am Neuen Markt/ Ecke Glockengießerstraße und Am Sande diskutiert. Doch selbst wenn sich wieder ein Kinobetreiber in Rotenburg finden sollte, dürfte dies keineswegs das Ende des Stadtkinos bedeuten. Wahrscheinlicher wäre ein Umzug in eine vielleicht kleinere Location, die aber mit weniger Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer verbunden wäre. Dann müssten nicht jedes Mal Stühle und Bänke sowie der Tresen für die Ausgabe von Getränken und Naschwerk aufgebaut werden. Eine “Arbeitsteilung” in dem Sinne, dass sich das Stadtkino auf thematisch und künstlerisch anspruchvollere Filme konzentrieren und dem Kino in der Innenstadt die kommerziellen Streifen überlassen könnte, ist denkbar. Wichtig wäre jedoch auch ein etwas anheimelnderes Ambiente als das, was die Aula der Stadtschule bislang zulässt. Ob sich eine Lösung am Kalandshof auftut, bleibt abzuwarten.

 

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