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Stadtkino statt Kino – die nächsten Filme

Die KIR sorgt donnerstags für beste Kinounterhaltung in der Stadtschule

Filmszene Green Book: Aus einem ungleichen Duo werden auf einer Tour in den Süden der USA bald ziemlich beste Freunde.

Donnerstag ist Kinotag! In Rotenburg sichert die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) mit vielen ehrenamtlichen Helfern das Filmerlebnis, da es kein professionelles Kino in der Wümmestadt gibt. Und das macht sie gut, wie so manche proppenvolle Aula in der Stadtschule belegt.

Die Vorstellungen im Stadtkino beginnen donnerstags um 20 Uhr, Nachmittagsvorstellungen um 16 Uhr. Eintritt: 5 Euro regulär, ermäßigt 4 Euro (für KIR-Fördermitglieder, ebenso bei Nachmittagsvorstellungen). Karten für das Kino-Café kosten im Vorverkauf 8 Euro (erhältlich im Infobüro der Stadt), an der Tageskasse 10 Euro.

Auf folgende Filme dürfen sich die Rotenburger Cineasten freuen:

14. März: Der Junge muss an die frische Luft, D2018; Regie: Caroline Link; Darsteller/innen: Julius Weckauf, Joachim Król, Luise Heyer, u.a.; 99 min

Julius Weckauf als Hape Kerkeling

Schon als Kind stellte Hape Kerkeling (gespielt von Julius Weckauf) seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie von Hape Kerkeling. Der Regisseurin Caroline Link gelingt ein gut unterhaltendes und hochwertig ausgestattetes Biopic im Ruhrpott-Milieu der 1970er Jahre. Der berührende, teils tieftraurige Film über Familienbande punktet insbesondere mit dem treffsicher besetzten Nachwuchsdarsteller Julius Weckauf.

21. März: Die Frau des Nobelpreisträgers, UK/SWE/USA 2017, Regie: Björn Runge; Darsteller/innen: Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons, u.a.; 100 min.

Der unspektakulär inszenierte, dafür aber spannend erzählte Film handelt von einer tiefgreifenden Lebenslüge, die stückweise an die Oberfläche dringt. Bemerkenswert ist das exzellente Schauspiel von Glenn Close, Jonathan Pryce und Christian Slater. Von außen betrachtet führen Joan und Joe Castleman eine gute Ehe. Als Joan, Joe und David nach Stockholm fliegen, wo Castleman den Literaturnobelpreis erhalten soll, kommt unter Zutun des investigativen Journalisten Nathaniel Bone nach und nach ein Ehegeheimnis ans Licht.

 28. März: The Favourite – Intrigen und Irrsinn, GB 2018; Regie: Yorgos Lanthimos; Darsteller/innen: Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone,u.a.; 120 min.

Anfang des 18. Jahrhunderts befindet sich England im Krieg mit Frankreich. Das Volk darbt. Am Hof von Königin Anne stehen Enten- und Hummerrennen und Essensschlachten auf der Tagesordnung. Anne, die körperlich und geistig gebrochen ist, überlässt die Regierungsgeschäfte ihrer Freundin und persönlichen Beraterin, der Herzogin Sarah Churchill. Durch die Ankunft von Sarahs Cousine Abigail wird die alte Beziehung durcheinandergebracht. Abigail begegnet der Königin mit Schmeicheleien, was Sarah überhaupt nicht passt. Und so entbrennt zwischen den Cousinen damit schließlich ein erbitterter Kampf um Annes Gunst und dem damit verbundenen politischen Einfluss. Ein bitterböser, brillanter Film.

4. April: Maria Stuart – Königen von Schottland, GB 2018; Regie: Josie Rourke; Darsteller/innen: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, u.a.; 124 min.

 In dem Historienepos nach dem Drehbuch des „House of Cards“-Schöpfers Beau Willimon intrigieren Mary Stuart und Elisabeth I. gegeneinander um die Macht in England. Atemberaubend ästhetisch und hervorragend besetzt.

11. April: 25 km/h, D 2018; Regie: Markus Goller; Darsteller/innen: Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Sandra Hüller, u.a.; 116 min.

 Auf uralten, klapperigen Mofas machen sich zwei Brüder auf den Weg zu einer Reise, die sie einander, vor allem aber sich selbst näherbringen. Der Tischler Georg hat sich bis zuletzt um den Vater gekümmert, während Christian als Manager erfolgreich durch die Welt gejettet ist. Können sich die beiden wieder zusammenraufen, auf dem Weg vom Schwarzwald bis nach Rügen?

Hauptdarsteller auf Mofa auf der Flucht

Mit 25 km/h ist eine Flucht denkbar prickelig.

18. April: Green Book, USA 2018; Regie: Peter Farrelly; Darsteller/innen: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini,u.a.; 130 min.

Die stärksten Storys schreibt bekanntlich das Leben. So wie diese um einen latent rassistischen Einfaltspinsel, der in den 60er Jahren als Chauffeur für einen sehr gebildeten, schwarzen Musiker anheuert. Die Tour führt in den tiefsten Süden der USA – und in die Abgründe der alltäglichen Diskriminierung. Aus dem ungleichen Duo werden alsbald ziemlich beste Freunde. Vergnüglichstes Arthaus-Kino in Bestform!

25. April, 16 Uhr! (Kino – Café): Astrid, S/D/DK 2018; Regie: Pernille Fischer Christensen; Darsteller/innen: Trine Dyrholm, Alba August, Maria Bonnevie, u.a.; 121 min.

Ein Film über Astrid Lindgren als Persönlichkeit, die sich lebenslang für Menschenrechte einsetzte und sich – nicht nur in ihren Büchern – kreativ über Regeln und Normen hinwegsetzte. Von ihrem Weg dorthin erzählt Regisseurin Pernille Fischer Christensen sehr sensibel, fesselnd und mit feinem, unterkühltem Humor. Allerbestes skandinavisches Erzählkino. 

25. April, 20 Uhr: The Mule, USA 2018; Regie: Clint Eastwood; Darsteller/innen: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Dianne Wiest, u.a.; 116 min.

Das Drama erzählt die wahre Geschichte des 80-jährigen Drogenkuriers Leo Sharp. Die Drogenvollzugsbehörde DEA versucht seit Jahren vergeblich, den Schmuggel von Kokain in die USA zu unterbinden. Der ehrgeizige DEA-Agent Colin Bates wird auf das mexikanische Sinaloa-Kartell angesetzt. Zusammen mit seinem Partner folgt Bates der Spur der Drogen, und dabei rückt ein erfolgreicher Drogenkurier des Kartells, der 80-jährige Earl Stone, ins Fadenkreuz.

Filszene

“The Mule” im Stadtkino: Großes Kino von und mit Clint Eastwood

 

(Filmbeschreibungen und Fotos werden uns von der KIR zur Verfügung gestellt.)

Über das StadtKino:

Das “Stadtkino” (Motto: Stadtkino statt Kino) ist wahrlich mehr als ein “Lückenbüßer”. Es gibt einen festen Fankreis, für den der Donnerstag ein fixer Termin ist. Je nach Film kommen dann noch jede Menge Gelegenheitsgucker dazu. Zwar bemüht sich die Stadt Rotenburg, einen Investor für ein professionelles Kino möglichst in der Innenstadt zu finden. Zuletzt wurde über einen Neubau beim früheren Verlagshaus der Rotenburger Rundschau am Neuen Markt/ Ecke Glockengießerstraße und Am Sande diskutiert. Doch selbst wenn sich wieder ein Kinobetreiber in Rotenburg finden sollte, dürfte dies keineswegs das Ende des Stadtkinos bedeuten. Wahrscheinlicher wäre ein Umzug in eine vielleicht kleinere Location, die aber mit weniger Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer verbunden wäre. Dann müssten nicht jedes Mal Stühle und Bänke sowie der Tresen für die Ausgabe von Getränken und Naschwerk aufgebaut werden. Eine “Arbeitsteilung” in dem Sinne, dass sich das Stadtkino auf thematisch und künstlerisch anspruchvollere Filme konzentrieren und dem Kino in der Innenstadt die kommerziellen Streifen überlassen könnte, ist denkbar. Wichtig wäre jedoch auch ein etwas anheimelnderes Ambiente als das, was die Aula der Stadtschule bislang zulässt. Ob sich eine Lösung am Kalandshof auftut, bleibt abzuwarten.

 

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