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Ein Stück vom Glück – Vorsichtiger Start in schwierigen Zeiten

Unverpackt-Laden am Neuen Markt eröffnet - Handelsort für individuelle Mengen

Gratulation zur Eröffnung: Cornelia Gewiehs (rechts), Sprecherin der IG CityMarketing, gratulierte Anja und Antje Doll zur Eröffnung ihres Unverpackt-Ladens. (Nur fürs Foto wurde die Maske abgenommen.)

In schwierigen Zeiten hat in Rotenburgs Innenstadt der Unverpackt-Laden mit dem viel versprechenden Namen “Ein Stück vom Glück” eröffnet. Angesichts der Corona-Einschränkungen mochten die Schwestern Anja und Antje Doll kein großes Hurra und Tamtam veranstalten und vollzogen ihre Neueröffnung lieber still und leise. Kund(inn)en kamen natürlich trotzdem.

Start mit angezogener Handbremse

Eine Geschäftseröffnung ist ein besonderer Tag: Hinter den Inhaberinnen liegen Phasen der Planung, der Entwicklung und “über-den-Haufen-Werfens” von Ideen, der Zuversicht und Spannung und natürlich des Stresses. Zuletzt mochten Anja und Antje Doll schon gar keinen Termin mehr nennen, wann sie denn nun ihr Geschäft am Neuen Markt 4 eröffnen wollten. Der Termin zog sich. Aber auch die Corona-Krise machte den beiden arg zu schaffen. Denn das bedeutete letztlich nicht anderes, als den neuen Unverpackt-Laden quasi mit angezogender Handbremse zu starten.

“Wir wollten an unseren ersten Tagen natürlich kein Gedrängel oder Schlangen vor dem Geschäft”, betont Anja Doll. Es überwog die Sorge, wie man Hygienevorschriften richtig umsetzt oder den Zutritt der zulässigen Personenzahl regelt.

Tatsächlich verlief die Anfangsphase in Rotenburgs Unverpackt-Laden dann auch sehr geordnet. Die Kund(inn)en nahmen Rücksicht, achteten auf Abstände. Trotzdem waren natürlich alle sehr neugierig und mussten sich zudem erst einmal in das System einfinden.

Bitte Behälter mitbringen!

Wer bei den Schwestern Doll einkaufen geht, sollte nach Möglichkeit geeignete Behälter wie Gläser oder Dosen mitbringen. Wenn man reinkommt auf der rechten Seite findet sich eine Waage. Für Spontaneinkäufer/innen stehen hier auch ein paar Gläser bereit, deren Gewicht bereits festgestellt wurde. Mitgebrachte Gläser und Dosen sind zunächst zu wiegen, bevor sie gefüllt werden können. Klar, schließlich möchte man ja auch wirklich nur für den Inhalt bezahlen. Es liegen Kreppband und Stifte bereit, um die eigenen Gläser zu beschriften.

Dann heißt es erst einmal gucken und lernen. Nicht überraschend, dass es viele Behälter mit Nudeln und Maulbeeren oder große Gläser mit Haferflocken, Reis und Co. gibt. “Alles in Bio-Qualität”, verraten die Inhaberinnen, auch wenn sie das noch nicht “offiziell” so deklarieren dürfen. Das dafür notwendige Zertifikat ist teuer, für Gründerinnen im Moment noch nicht zu stemmen. Die Lieferanten sind vielen ohnehin bekannt, ob es nun um die Nudeln aus Scheeßel oder den Kaffee aus Lilienthal geht. Der absolute Vorteil des unverpackten Angebots wird bei dieser Gelegenheit auch schnell deutlich: Jede/r kann die Mengen kaufen, die er oder sie braucht, denn der Singlehaushalt hat nun einmal einen anderen Bedarf als die fünfköpfige Familie. Und natürlich fällt kein Verpackungsmüll an.

Überraschend unverpackt

Am nächsten Tisch wird es dann schokoladig. Stücke angelt man sich aus Gläsern. Ein Regal weiter dann schon überraschender: Deo im Glas, Haarshampoo in verschiedenen Geruchsvarianten, von Kokos bis Rose, im Stück! Beim Stöbern kann sich jede(r) ein Stück vom Glück sichern.

Und noch etwas Überraschendes findet der Corona-geplagte Kunde: Toilettenpapier, natürlich ebenfalls unverpackt und in einzelnen Rollen käuflich zu erwerben. Das dürfte ganz sicher nur etwas für Käufer/innen sein, denen Hamsterkäufe gänzlich fern liegen.

Das Café kommt später

Noch ist der Unverpackt-Laden nicht komplett. Wer die Vorberichterstattung verfolgt hat, wird zunächst wohl noch das angekündigte Café vermissen. Doch das macht nun wirklich erst Sinn, wenn die Corona-Lockerungen einen vernünftigen Betrieb erlauben. Ein “Stück vom Glück” heißt natürlich auch, dass man es sich mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen gemütlich machen und klönen kann. Dafür müssen sich die Kund(inn)en noch ein wenig gedulden.

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